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Seit Jahren reden alle vom Digitalisierungs­problem der Schulen. Ich glaube, wir haben ein anderes.

Politiker kündigen Programme an, Milliarden für Tablets und WLAN. Und dann heißt es wieder: Die Schulen hängen hinterher. Dabei fehlt es nicht an Geräten. Es fehlt an einem Ökosystem, das gute Ideen dorthin bringt, wo sie gebraucht werden.

Diese Ideen gibt es längst. Eltern und Lehrkräfte bauen mit Leidenschaft Lern-Apps für ihr Kind oder ihre Klasse. Aber die Apps bleiben, wo sie entstanden sind. Wer sie einsetzen will, trägt das Risiko allein. Und wer sie gebaut hat, erfährt nie, ob sie geholfen hat.

Ich bin Softwareentwickler. Seit einiger Zeit sehe ich, wie leicht es geworden ist, kleine Apps zu bauen. Mit einem KI-Assistenten braucht man dafür kaum noch Zeit und Geld. In der Schule kommt davon trotzdem wenig an.

Ich will nicht weiter klagen. Ich will etwas tun. Und ich will, dass alle, denen gute Bildung am Herzen liegt, auch etwas tun können. Gerade jetzt, wo man sich an so vielen Stellen machtlos fühlt, ist das wichtig: zu sehen, dass die eigene Arbeit bei einem Kind ankommt, das man nie getroffen hat.

Darum gründe ich lernapps.net. Geld will ich damit nicht verdienen. Ich will erst einmal sehen, ob es den Bedarf wirklich gibt. Wenn lernapps.net trägt, kann daraus zum Beispiel ein Verein werden. Dann gehört die Plattform denen, die sie mit Leben füllen.

Oliver JägleGründer von lernapps.net

„Das funktioniert doch sowieso nicht.“

Vielleicht. Wir wissen es noch nicht. Darum fangen wir klein an: mit wenigen Apps und wenigen Menschen, die sie bauen und einsetzen. Wir haben vorher aufgeschrieben, woran wir merken, ob es klappt. Und woran nicht.

Geplant haben wir lernapps.net mit dem Platform Design Toolkit, einer Methode für den Entwurf von Plattformen. Dort steht, wer beteiligt ist, was alle davon haben und was wir als Erstes ausprobieren. Alles ist öffentlich.

Die Unterlagen sind auf Englisch.

Mach mit.

Finde eine App für morgen. Oder bau die, die noch fehlt.